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UNiMUT 85 vom 6.7.94

Inhalt

Editorial

Prüfungen sind ziemlich doof, ey. Eine Physik-Prüfung ist schuld, daß letztes Mal die Hälfte des Genetisch und Organisch-Artikels fehlte, diverse andere Prüfungen sind schuld, daß ich schon wieder allein werke. Dies hier ist eine Prüfungs-Notausgabe. Mensch könnte das hier glatt als Protestunimut gegen das Prüfungswesen auffassen, und das nach dem Totalstreik vor zwei Wochen. Was die IG Druck kann, können wir schon lange. Oder nicht?

Seit dem letzten UNiMUT sind zwei Wahlen ins Land gegangen. Die eine ist schon fast wieder vergessen, sollte sie je jemand wahrgenommen haben: Die Gremienwahl. Was den "AStA" angeht, hat sich auch nicht viel getan, die FSK hat ihre Mehrheit behalten, und wirds ein weiteres Jahr UNiMUT geben, auch im nächsten Semester; zur ersten Redaktionssitzung am zweiten Montag im Wintersemester seid Ihr übrigens alle herzlich eingeladen.

Und für den Fall, daß dies hier das letzte UNiMUT fürs Sommersemester sein sollte: Frohe neue Semsterferien, und schaut im Herbst mal wieder rein - falls es uns dann noch gibt, denn genaugenommen sitzen hier 2 (!!!) ex-UNiMUTlerInnen.....

Aber wir wollen hier ja nicht in Selbstmitleid zerflißen - geht auch gar nicht, zerflossen sind wir schon, v.a. aber unsere unvermeidliche Schokolade, ohne die wir schlecht arbeiten können...

Also, ein optimistischer Aufruf: Wir freuen uns im neuen Semester aud Euch - LeserInnen und neue MitarbeiterInnen!!!!!!

Schöne Ferien, grillt Euch schön und zerfließt nicht!

Red.


Es ist vollbracht!

Erste Ergebnisse einer großangelegten politikwissenschaftlichen Untersuchung jetzt als Vorabveröffentlichung im UNiMUT!

FSK, JUSOS, der RCDS und der Rote Splitter haben vor geraumer Zeit beschlossen, sich an einer Wahlforschungs-Studie zu beteiligen.

Thema: Welche Auswirkungen hat Wahlkampf auf die Wahlergebnisse/die Wahlbeteiligung?

Das experimentelle Setting sah wie folgt aus: die FSK und die JUSOS machen 94 gar keinen Wahlkampf, der RCDS hält es wie immer - Wahlkampf unter Beteiligung der Mutterpartei und schließlich wurde noch als zweite Kontrollgruppe neben dem RCDS eine neue Hochschulgruppe eingeführt, die ebenfalls keinen Wahlkampf machte - der Rote Splitter.

Die Ergebnisse, nebenstehend graphisch verdeutlicht, nocheinmal in Worten zusammengefaßt:

Die FSK hatte ohne Wahlkampf geringe Einbußen im Vergleich zum Vorjahr; die JUSOS jedoch haben auch ohne Wahlkampf auf Kosten der FSK zugelegt. (Ob das am Rotkohl liegt?). Der RCDS jedoch hat trotz Wahlkampf Prozente verloren, wenn auch in geringem Ausmaß und nur bei den Wahlen zum Großen Senat, bei den Wahlen zum kleinen Senat hat auch der RCDS Prozente gewonnen.

Und das absolut erstaunlichste: Die Kontrollgruppe "Roter Splitter", neu und ohne Wahlkampf ist auf 6,6 bzw. 7,4 (Kleiner Senat) Prozent der Stimmen gekommen!!!!!!

Bezüglich der Wahlbeteiligung gab es ein erstaunliches Ergebnis: im Vergleich zum Vorjahr, wo viel mehr Wahlkampf stattfand, hat sie ganz leicht zugenommen (bei den Studierenden von 9,2% auf 9,4%; bei den Profs und den anderen Gruppen hat sie geradezu dramatisch abgenommen....(Profs von 57,1% auf 43,3%, Mittelbau von 25% auf 7,6%, Sonstige von 4,6% auf 3,8%) - ob das am Alter der Wählenden liegt...? Studis haben vielleicht noch die bessere "Wählkondition"...?)

Was schließen wir daraus?

Je weniger Wahlkampf, desto mehr Wählende? Wenn nur der RCDS Wahlkampf macht, bekommt er trotzdem nicht mehr Stimmen, wohl aber die JUSOS?

Sollte die FSK wieder Wahlkampf machen? Oder kann sie sich getrost weiter wichtigeren Themen zuwenden - sie hat ja immernoch über 50%?

Wegen der schlechten Interpretierbarkeit der Ergebnisse wird die Studie wohl im nächsten Jahr fortgesetzt werden - eventuell mit anderer Besetzung.......

Umfrage zu den Wahlen

(Die Antworten sind allerdings von den GesprächspartnerInnen nicht autorisiert worden)

Erika Staub, Raumpflegerin:

Wahlen haben noch nie was geändert

Gustav Landauer, Anarchist:

"Daß die organischen Gliederungen des Volks wirklich über ihr Schicksal selbst bestimmen, dazu taugt nicht das atomisierende, "direkte" und noch weniger das abscheuliche geheime Wahlverfahren; beide gehören einer Zeit der Entrechtung, der Vergewaltigung, der cäsarisch-demagogischen Beschwindelung der Völker durch Privilegierte und ihre Parteien an; die Republik ist die öffentliche Sache, das gemeinsame Wesen; da erledigt das Volk in seinen Korporationen öffentlich, unter eigener Verantwortung und permanenter Überwachung seine eigenen Angelegenheiten; weh dem, der politisch oder wirtschaftlich einen Druck ausüben wollte! die Schmachzeit des Wahlklosetts, des Stimmzettelumschlags und des Suppentopfes oder der Urne mit dem Schlitz muß für immer vorbei sein."

Barbara Müller, Studentin:

Studis im Gemeinderat - top!

Ernst-Peter Klaupmihr, Fraktionsvorsitzender:

Ich kann mich noch nicht abschließend zu diesen Ereignissen äußern, die Partei wird natürlich politische Konsquenzen aus dem Ergebnis ziehen, ich möchte aber an dieser Stelle dem Diskussionsprozeß, der noch nicht abgeschlossen ist, nicht vorgreifen.

Dr. (hd) Helmut Kohl, Bundeskanzler:

Der Ball ist rund.

Prof. Dr. Dr. Dr. hc mult Welf N. Beintuhrm

Wahlen?

Prof. Dr. Peter Ulmer, Rektor:

Als Magnifizenz der Solidargemeinschaft unserer Universität kann ich mich nur zu den Gremienwahlen äußern, denn dies ist das Feld, das der Gesetzgeber im Universitätsgesetz festgelegt hat. Interesse an der Universität artikuliert sich in einer regen Wahlbeteiligung. Ich bedaure die geringe Wahlbeteiligung, denn aller Protest ist nur ernst gemeint, wenn er auch in der angemessenen Form der Beteiligung mündet. An der Universität ist dies die jährliche Stimmabgabe, mit der die Geschicke der Universität denen übergeben werden, die in unserer Demokratie dafür legitimiert sind. Dies sage ich ausdrücklich auch im Hinblick auf alle anderen demokratischen Wahlen, die in diesem Jahr anstehen.

Kirsten

Alle Wahlen wieder..

Da nach dem Kommunalwahlstreß im Oktober der nächste Akt praktizierter Demokratie stattfindet, leider zu einem Zeitpunkt, an dem die Vorlesungen nicht wieder begonnen haben, wollte das HoPoKo-Referat (Hochschulpolitische Koordination) der FSK noch schnell in diesem Semester eine Podiumsdiskussion mit den WahlkreiskandidatInnen durchführen, sozusagen "PolitikerInnen zum Beschnuppern". Nach dem üblichen Organisationschaos sagten die ersten drei PodiumsteilehmerInnen schnell zu, Angelika Köster-Lossak (Bündnis 90/Grüne), Lothar Binding (SPD) und Dirk Niebel (FDP). Die CDU in personam Karl. A. Lamers allerdings verharrte auch nach mehrmaligen telefonischen Nachfragen schweigend, so daß wir schließlich beschlossen, die Veranstaltung fallen zu lassen. Denn allzu schmusig sollte es auf dem Podium nicht zugehen, und die FDP fliegt im Oktober ja sowieso raus. Es zeigt sich allerdings wieder einmal das alte, ignorante Verhalten der CDU. Veranstaltungen, die kein erklärtes Heimspiel darstellen, werden ignoriert und boykottiert. Weiter so ??

Und für alle, die es nicht mitgekriegt haben und es trotzdem wissen wollen: Das Ergebnis der Gemeinderatswahlen:

CDU 14 (12) SPD 10 (11) GAL 7 (8) Freie Wähler 3 (5)

Heidelberger 3 (-) (Das deprimiert, d.S.) LD 1 (1)

Studi-Liste 1 (-) FDP 1 (2) Reps 1 (1) (mensch hälts nicht für möglich,d.S.)

Heidelberg wird unregierbar! Aber trotzdem: Ein paar Studis müssen ziemlich ungezogen gewesen sein. In die Ecke mit Euch...

Umarasunst gibts

Den Rechenschaftsbericht des Rektors in der Pressestelle der Universität, Alte Uni, Erdgeschoß (Tel: 54 23 10 oder 54 23 11) oder im Rektorat.

Verpaßt habt Ihr

die öffentliche Sitzung des Großen Senats am 27.Juni in der Aula Klausenpfad, während der dieser Bericht vorgestellt wurde. Schade, denn dies ist die einzige öffentliche Sitzung eines Universitätsgremiums überhaupt...

Auch für umme

gibts das Sozialhandbuch vom FSK-Sozialreferat, bei Eurer Fachschaft oder hier in der Lauerstraße

69 Mack kostet

dagegen die Rückmeldung. Vergeßt nicht: am 15. Juli ist für alle Schluß. Ob sie Euch vorher reinlassen, weiß allerdings auch keineR


Identität Normalität Verantwortung

Anläßlich einiger Ereignisse in der nächsten Zeit

"Für unser Empfinden ist es undenkbar, der Opfer, die durch den NS-Unrechtstaat und seiner grausamen Todesmaschinerie ermordet wurden, nur weil sie Juden waren, in einem Atemzug mit den Opfern der Weltkriege zu gedenken, von denen ein Teil diese Maschinerie bediente."

Resolution der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde in Berlin

"Gerade Verantwortliche in der Politik sollten keinen Beitrag dazu leisten, daß die Geschichte vergessen wird"

Jerzy Kanal, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Berlin, Nov. 1993 anläßlich der Einweihung der Neuen Wache

Letztes Jahr am Volkstrauertag bekam auch die Bundesrepublik ihr Nationales Mahnmal, die Neue Wache Unter den Linden. In seltener Einmütigkeit war von der taz bis zur FAZ damals das Gestaltungskonzept kritisiert worden. Für viele KritikerInnen steht die Neue Wache für die Gleichsetzung von TäterInnen und Opfern des Nationalsozialismus. Augenfällig wird dies an der Inschrift: "Den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft" - Roland Freisler und Anne Frank in postmortaler Volksgemeinschaft? Weitere Kritik entzündet sich vor allem an der in der Neuen Wache aufgestellten Skulptur, der Vergrößerung einer Kleinplastik von Käthe Kollwitz, die nicht nur christliche Motivik aufweist, sondern auch gar nicht für einen derartigen Ort geschaffen wurde.

Holen wir etwas aus: Das Projekt einer "nationalen Gedenkstätte" wird gleich in der ersten Regierungserklärung Helmut Kohls im Oktober 1982 im Dreierpack mit dem "Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" und dem "Deutschen Historischen Museum" in Berlin zur "nationalen Aufgabe von Europäischen Rang" erklärt. Das Ziel ist schon damals klar: die Stiftung eines neuen historischen nationalen Konsenses.

Ein weiteres Ereignis ist von identitätsstiftenden Wert für die deutschen Deutschen: Am 8.Mai 1985 treffen sich Helmut Kohl und Ronald Reagan am selben Tag im KZ Bergen-Belsen und auf dem Soldatenfriedhof Bitburg. Täter (und dazu gehörten auch Wehrmacht, Reichsbahn und Verwaltung, ohne die die Lager nicht funktioniert hätten) und Opfer werden symbolisch zusammengeführt.

Die Diskussion um ein Bundesehrenmal hält weiterhin an, mit dem Fall der Mauer lebt sie wieder auf. Spätestens 1991 wird die Neue Wache als Nationale Gedenkstätte samt dem inzwischen realisierten Umsetzung (aufgeblähte Kollwitzskulptur) in die Diskussion gebracht. Und kritisiert. Doch im Mai 1993 stellt Bundeskanzler Kohl klar, "daß eine solche Überlegung nicht mehr in endlosen Debatten zerfließen darf, sondern daß dann zu entscheiden ist, wenn man weiß, was man will". "Man" war Kohl und im November 1993 kam es, so wie "man" es wollte - unter heftiger nationaler und internationaler Kritik - zur Inbetriebnahme der Neuen Wache.

Holen wir etwas weiter aus: 1981 propagiert Kohl die "geistig-moralische Wende". Konservative Kreise entdecken rasch, woran es den Deutschen vor allem mangelt: an Identität, bald ist von "nationaler Identität" die Rede.

1983 plädiert Hermann Lübbe (von einigen zu den "Wende-Philosophen" gezählt), am Jahrestag der "Machtergreifung" im Reichstag für eine "gemeinsinnsfähige moralische und politische Normalität" Normalität wird in der Folge regierungsamtlich vorangetrieben und symbolisch inszeniert: erstmals als sich 1985 Kohl und Reagan in Bitburg die Hand reichen. Dies geschieht zu einer Zeit als Strauß und andere dazu aufrufen, die "Büßerhemden" auszuziehen und aus dem "Schatten der Vergangenheit" herauszutreten.

Nicht unerwähnt lassen sollte man in diesem Zusammenhang, daß am 6.6.1986 der Artikel "Verganganheit die nicht vergehen will" von Ernst Nolte in der FAZ den sogenannten Historikerstreit auslöst. Marschrichtung Noltes und seiner Mitstreiter ist, zugespitzt: Deutsche Verbrechen endlich wie die Verbrechen anderer Staaten zu behandeln, angereichert nur um den "technischen Vorgang der Vergasung" (FAZ 6.6.86). Auschwitz als Problem von Technik und Chemie.

1989 wird mit "Verantwortung" als Leerformel für weltpolitisches Engagement der dritte Kernbegriff der politischer Theologie der Wende verkündet. Fortan wird unter dieser Trias daran gearbeitet, daß wir ein (deutsches) Volk werden.

Warum dieser ziemlich oberflächliche Abriß? Weil wir uns diese Hintergründe vielleicht im Zusammenhang mit anderen Diskussionen, sei es über Utopieverluste, sei es über die Gestaltung von KZ- oder Widerstandsgedenkstätten, sei es über den Umgang mit Fremden, aber auch angesichts anderer Ereignissen ins Erinerung rufen sollten:

* 12.Juli 1994: Die Neue Wache in Berlin Unter den Linden ist inzwischen als nationale Kranzabwurfstelle fester Bestandteil des Protokolls von Staatsbesuchen. Bei seinem Staatsbesuch in Berlin wird sich Präsident Clinton aller Voraussicht nach auch dort einfinden. Bitburg Unter den Linden: ein weiterer Schritt zur Anerkennung der Nationalen Wache und ihrer Ideologie. (Proteste an: Botschaft der USA in Bonn, Tel: 0228/3391; Fax: 0228/33912663; Außenstelle Berlin, Tel: 030/2385174; Fax: 030/2386214).

Weitere Infos/ausführliche Dokumentation zur Neuen Wache: im ZFB oder bei: AntifaschistInnen gegen die Neue Wache c/o Antirassistische Initiative, Yorckstr.59 HH; 10965 Berlin, Tel (nur freitags 18-20 Uhr)

* 16.Oktober: Bundestagswahl. Schon wieder er????? oder die Wende???

Nachtrag:

Auch an anderer Stelle wird Geschichte und Identität "geschaffen". Es wäre zu vereinfachend, diese Ereignisse in eine Reihe mit den oben aufgeführten zu stellen. Dennoch sollte man sie nicht einfach so zur Kenntnis nehmen. Wie gesagt: Geschichte und Identität werden geschaffen - und wir sind diejenigen, die akzeptieren, was normal ist oder nicht.

* In die Wand des Foyers der Alten Universität ist eine Gedenktafel für die vertriebenen jüdischen Dozenten eingelassen. Ein Name fehlt: der des Statistikers Emil Julius Gumbel (vgl. UNiMUT Nr.50 vom 15.Januar 1992). Dem war nämlich schon am 5.8.1932 vor der "Machtergreifung" durch massiven Druck der Nationalsozialisten die Lehrbefugnis entzogen worden. Aber bekanntlich kamen die Nazis ja erst 1933 mit einem Ufo nach Deutschland und verschwanden 1945 genauso schnell wieder...

(Zum 20. Juli gibts auch eine Veranstaltung - siehe dort. d.S.)

Kirsten

"Die Kollwitz-Statue stiftet [...] betuliche Besinnlichkeit. Staatsminister Anton Pfeifer sagte das auch so: "Wir müssen dem deutschen Volk positive Aussagen, Werte offerieren." Das ist aber nicht Aufgabe unseres Staates, Heil verspricht die Theologie. Der Staat muß zeigen, was der Fall war, um Besinnung zu evozieren, aber keine Katharsis vorwegzunehmen."

Der Historiker Reinhard Koselleck, einer der entschiedensten Gegner der Neuen Wache in der jetztigen Form, anläßlich der Einweihung


Studi-Agitprop

Nicht schon wieder "Er"

Nein. Diesmal wollen wir keinen Theoriezirkel gründen oder bildungsbürgerliche Diskussionsrunden anstoßen. Was uns antreibt, ist unser Gefühl der Ohnmacht gegenüber dem Abbau von Bildungschancen, dem Verfall von politischer Kultur, der Grundlegung einer fragwürdigen "Weltmachtpolitik", dem Erstarken eines utopielosen Pragmatismus.

Bevor wir uns kollektiv zum Bewundern unserer Maulkörbe treffen, sollten wir die vorläufig letzte größere Chance nutzen:

die Bundestagswahl 1994.

In den Semesterferien sind die meisten Leute weg, reine Studiveranstaltungen zum Wahlkampf wird es nicht geben und wir wollen sie auch gar nicht. Wir wollen uns überlegen, wie wir uns in die laufenden Veranstaltungen auch und gerade außerhalb der Hochschule einbringen können.

Sei es durch

  • Teilnahme an Wahlveranstaltungen,
  • Gespräche mit Leuten,
  • Briefe an die örtliche Monopolzeitung oder überregionale Medien,
  • den guten alten Informationsstand in der Hauptstr.
  • Kidnappen der "heute"-Redaktion,
  • Bandenwerbung in Fußballstadien,

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn sie sich nur findet! Wir wollen nicht für eine bestimmte Partei trommeln, sehr wohl aber die Argumente für einen Wechsel vermitteln.

Hinterher können wir immer noch sagen, jetzt sei alles zu spät.

Wer will dabei sein? Das erste Treffen ist am Dienstag, 12. Juli im Studihaus, NichtraucherInnencafé (bei schönem Wetter gehen wir auch raus)

Harald, Henning, Kaiserstr. 57, 21361


Ferien

Die Semesterferien stehen vor der Tür - der Gedanke an Urlaub wird immer bestimmender....... Wenn Ihr noch nicht wißt, wo Ihr hinfahren wollt - wir wissen es: Nach St. Petersburg!!!!!!!

Zum ersten Mal wird es dieses Jahr einen Studierendenaustausch mit St. Petersburg geben - denn St. Petersburg ist unsere Partneruni. Bisher zeigte sich das jedoch nur in Kontakten innerhalb der ProfessorInnenschaft - jetzt werden zum ersten Mal Studierende einbezogen. Das Programm wird sich zunächst einmal aufs Kennenlernen beschränken - Stadt anschauan, Freundschaften schließen, die Uni kennenlernen.......

Los gehts ungefähr am 17. September 1994, der genaue Termin hängt noch von den Flugmöglichkeiten ab. Vermutlich werden wir 10 - 14 Tage in St. Petersburg bleiben - und das für weniger als 1000.- DM alles inklusive!!!!! Wir werden dort bei unseren russischen AustauschpartnerInnen wohnen und so auch das Leben in russischen Familien kennenlernen. Russischkenntnisse sind allerdings nicht vonnöten - die russischen Studierenden sprechen alle entweder deutsch oder englisch. Im Oktober ist dann in den ersten zwei Semesterwochen der Gegenbesuch geplant. Auch hierbei wird der Schwerpunkt auf dem Kennenlernen liegen, Unibesuch, Ausflüge in die Umgebung, Feste etc. werden geplant. organisiert wird das Ganze von ein paar FachschafterInnen - mit wohlwollender, leider nur ideeller - Unterstützung des Rektorats...... Deshalb können hier über die Kosten auch noch kaum Aussagen gemacht werden - wir sind eifrig damit beschäftigt, Zuschüsse zu sammeln, aber wieviel dabei herauskommt, steht noch in den Sternen. Da das Leben in Rußland jedoch nicht teuer ist, werden die Gesamtkosten die Flugkosten wohl kaum übersteigen. Für den Aufanthalt der RussInnen hier werden wir vermutlich Gelder auftreiben.....

Die Organisation ist zwar nicht ganz so chaotisch, wie das hier erscheinen mag. aber trotzdem freuen wir uns sehr, wenn Interessierte sich auch bereit erklären, bei der Organisation zu helfen!!!! Einzige Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft - und Möglichkeit - einen russischen Gast für ca. 10 Tage beim Gegenbesuch bei sich aufzunehmen.

Was sonst noch zu sagen bleibt, ist zum Beispiel, wie toll und faszinierend St. Petersburg ist - da klingt jetzt natürlich nach billiger Werbung (ist es ja auch), aber wahr ist es trotzdem! Ich habe selbst in den letzten Semesterfereien 2 Monate dort verbracht und kann nur sagen, daß es sich auf jeden Fall lohnt,dorthin zu reisen. Für Kulturinteressierte und historisch Interessierte sowieso, aber auch, weil man, gerade wenn man in Familien wohnt, hervorragende Einblicke in das Leben dort, die aktuelle politische und wirtschaftliche Situation, in eine zum Teil ganz andere, zum Teil sehr ähnliche Mentalität......bekommt. Außerdem ist St. Petersburg einfach wunderschön, vor allem im Sommer!

Also, zögert nicht lang, bevor der westliche Tourismus einen Großteil der Reize der Stadt zerstört hat (und er ist fleißig dabei, vor einem Jahr war alles noch ganz anders....). Wer weiß bei der Momentanen Lage, wie lange man noch einfach so - oder so billig, je nach Entwicklung - dorthinreisen kann?! Zudem versteht man hinterher viel besser, was man hier immer so in den Zeitungen liest.

Für weitere Infos stehe ich gern zur Verfügung - erreichbar im ZFB (542456/57), wenn ich nicht da bin, bitte ausrichten lassen, Telefonnummer hinterlassen, ich melde mich dann. Anmeldeschluß (verbindlich!!!) ist leider schon ganz, ganz bald (die Organisation, ich weiß ja, aber erst mußte wenigstens eine leise Hoffnung auf Zuschüsse erarbeitet werden und unsere Bürokratie arbeitet genauso langsam wie wir bei der Hitze....) am 13.07.´94. Um die Visa kümmern wir uns - zunächst brauchen wir von Euch an Angaben nur Name, Adresse und Alter, außerdem Angaben über Sprachkenntnisse und ob Unterbringungsmöglichkeiten für einen Gast vorhanden sind. Gebt Eure Anmeldungen im ZFB, Lauerstr. 1 ab; ans Auslandsreferat. Also, laßt Euch die Gelegenheit nicht entgehen!!!! Bis bald,

Christiane, Sonja, Annegret, Bernd

UNiMUT-Rätsel

1 ________
2 __________________
3 ______________
4 _______________
5 _________________

1. Versuch, Studis auf legalem Wege munter zu machen.
2. BAFöG-Voraussetzung (und bald mehr)
3. Diese Zahl sagt alles
4. Weg mit den faulen Säcken - aber hier ohne Zwang
5. Wenn die vorbei ist, ist alles vorbei.

Als Lösung ergibt sich ein Name einer Person, die mit den diversen gefragten Begriffen schon von Berufs wegen viel am Hut hat (Wer die Lösung nicht kennt, muß schon ziemlich bescheuert sein. So ein doofes Rätsel. d.S.).


genetisch und organisch II

"Auch auf seiner letzten Sitzung widmete sich der AK Hochschulreform den drängenden Fragen nach den Ursprüngen des Bildungsbegriffs." So begann im letzten UNiMUT ein Artikel, der dann plötzlich mit "Vollzieht sich Wissenserwerb nicht im Dialog? oder gibt es etwa den allwissenden Meister? und wo hat" endetete. (Asche auf mein Haupt, aber das hab ich glaub ich nicht verbockt, d.S.) Inzwischen haben wir den fehlenden Text in den Tiefen von Cyberspace wieder gefunden und wollen ihn Euch nicht weiter vorenthalten. Lest selbst, welche Fragen den AK Hochschulreform auf seiner Suche bedrängen:

...und wo hat dann der erste Meister sein Wissen her? Warum muß immer der Meister die Fragen stellen? Liegt nicht die eigentliche Kunst darin, Fragenstellen zu lernen? und warum sollen die Zöglinge nicht selber fragen, was sie wissen wollen?

Große Schwierigkeiten hatten wir mit der idealistischen Vorstellung, wahres Wissen gehe automatisch in Handeln über, da Wissen und Realität/Handeln nur zwei Seiten des Universums sind, die im Absoluten zusammengefaßt sind. Wahres Wissen wird somit direkt als Handeln in der Welt realisiert. Dies schien uns nun doch zu idealistisch. Es vernachlässigt die Einbettung von WissenschaftlerInnen und "Wissensproduktion" in gesellschaftliche und institutionelle Rahmen. Zudem gilt es zwischen den verschiedenen Wissenschaften zu differenzieren: wenn das Wissen um die Atombombe direkt umgesetzt wird, zeitigt dies andere Folgen, als wenn PhilosophInnen sich mit den Ursprüngen des Bildungsbegriffs befassen. Ganz abgesehen von dem Problem der unterschiedlichen materiellen Abhängigkeit und den damit verbundenen Steuerungsmöglichkeiten (Plato kann sich eigentlich jedeR mal ausleihen, Plutonium eigentlich nicht - allerdings scheint sich das ja gerade zu ändern...).

AK Hochschulreform auf der Suche nach den Wurzeln von "Bildung"

Zwar betont Schelling die Verbundenheit allen Wissens miteinander, dennoch begründet dies noch nicht ausreichend, daß beispielsweise PhysikerInnen in ihrem Studium ethische Fragestellungen bearbeiten. (Und zwar nicht in Form eines Feigenblattkurses "Ethik für NaturwissenschaftlerInnen"!) Die Geschichte der deutschen Universitäten hat unserer Ansicht nach auch gezeigt, daß die deutschen Professoren, pointiert gesagt, mehrheitlich zu "Mandarinen" (K.Singer) degenerieren können, die im "Tempel der Wissenschaft" (T.Lenoir) nicht merkten, welchen Herren und wessen Interessen sie letztendlich dienten.

Abgesehen von der anthropologischen Frage, ob der Mensch überhaupt fähig ist, nein zu sagen, wenn er Mist bauen kann, stritten wir uns am Ende trefflich darüber, was denn der "Transmissionsriemen" sei, über den all das Böse schließlich in der Welt umgesetzt wird (das Kapital? Macht? Geld?...) und ob er wohl durchgeschnitten werden kann...

Die Frage, wie es wirklich an deutschen Hochschulen zuging um 1800, wer an ihnen was zu welchem Zweck und Ende studierte und welche Funktion den Hochschulen in Staat und Gesellschaft zukam, wollen wir auf den nächsten beiden Sitzungen am 16. und 30.Juni untersuchen. Interessant wird sein, zu klären, inwieweit die idealistischen Ansätzen überhaupt umgesetzt wurden und was letztendlich nur eine über Generationen tradierte "Lebenslüge" ist. Ein weiteres Ziel ist, zu überlegen, was aus unserer Sicht von den idealistischen Ansätzen zu übernehmen, zu modifizieren und aufzugeben ist.

Schriftliche Beiträge, noch lieber aber Interessierte sind immer willkommen; es werden sogar noch Leute gesucht, die sich an der Vorbereitung der Sitzungen zur Geschichte der Naturwissenschaften im 19.Jhd. beteiligen wollen. Wer einfach nur zuhören oder mitdiskutieren will, ist aber natürlich auch gerne gesehen.

Kirsten


Gastbeitrag:

Preiset die Herren!

Zum zweiten Mal verleiht dieses Jahr der Wissenschaftsminister von Baden-Württemberg den Landeslehrpreis, am 21.Juni wurde in der Senatskommission Lehre die Vorschlagsliste erstellt, aus der das Rektorat auswählt, wer den Preis bekommen soll. Mit dieser letztes Jahr eingeführten Auszeichnung soll etwas für die Stärkung der Lehre getan werden. Bei den Recherchen für einen Artikel über diesen Vorgang stieß ich auf einen Artikel vom Oktober 1993 in den narren®hosen®, der Seidung vom Germanistischen, der an Aktualität nichts verloren hat. Statt eines neuen Artikels soll daher dieser in leicht geänderter Fassung zum Abdruck kommen. Dies um so mehr als sich in ihm eine Bevölkerungsschicht zu Wort meldet, die nicht so sehr dem abgehobenenen Hochschulwahnsinn als vielmehr bodenständig dem Leben verhaftet ist und die Geschehnisse mit kritischer Distanz und sprichwörtlich Bauernschläue kommentiert.

Kirsten

Als Vertreter einer Bevölkerungsgruppe, der allzuoft tölpelhaftes und unzivilisiertes Handeln zugesprochen wird (Ich bin kein Student!), möchte ich mich gerade deshalb nun zu einem brisanten Thema zu Wort melden.

Ich weiß aus eigener Erfahrung zu berichten, und dies soll noch keine allegorische Beziehung heraufbeschwören, daß ein Feld, das leer ist, keinen Menschen mehr verköstigen kann. Und wenn ein Feld leer ist und keine Menschen mehr verköstigen kann und die abgeernteten Früchte längst verbraucht bzw. gegessen sind, dann muß dieses Feld neu bestellt werden: es muß gepfügt und neu besät werden, damit es gewisse Zeit später wieder Verzehrbares hervorbringen kann. Wenn aber die Gerätschaften, die vom Menschen benützt werden, hoffnungslos veraltet sind, dann kann es durchaus sein, daß eine große Zahl, die von der richtigen und gerechten Bestellung des Feldes abhängig sind, jahrelang mit knurrenden Mägen herumlaufen müssen, bevor überhaupt die altertümlichen Gerätschaften gegen modernere ausgetauscht werden.

Nein, ich plädiere nicht für eine grobe Ausbeutung der Natur, ich will auch nicht, daß dem Problem von anderer Seite her entgangen wird, indem die Zahl der Abhängigkeiten künstlich reduziert wird oder sie weit entfernt von dem bestellten Feld ihr Leben fristen sollen und nur wenige, aber dann richtig, satt werden.

Ich meine, wenn ein Problem von solchem Ausmaße auftritt, daß zum Beispiel durch unsachgemäße Behandlung des Saatgutes oder des Bodens unverdauliche Feldfrüchte hervorkommen oder Unkraut ständig wuchert, so daß man die Frucht nicht mehr sehen kann, dann ist es sicherlich an der Zeit, an der Kompetenz der Feldbesteller zu zweifeln. Wenn ein Feldbesteller zu sehr in das Studium alter überlieferter Regentänze vertieft ist und nicht merkt, daß sein Feld langsam austrocknet, dann mag er ein exzellenter Forscher sein, aber er ist auch einer, der aufgrund mangelnder Fürsorge für das Feld gleichzeitig die Abhängigen von den Früchten seiner Arbeit in Stich läßt. Damit erweist er sich als einer, der seine Kenntnisse nicht weitervermitteln kann, weil es schon bei der praktischen Umsetzung seiner Erkenntnisse hapert.

Nun, ich kenne zufällig ein Feld, das jahrelang brach liegt und nur dem zufälligen Können der Besteller überlassen ist. Nicht viele können auf das Tun dieser Herren (denn Frauen gibt es in diesem Beruf noch immer sehr wenige) Einfluß nehmen, denn allzu gering ist die Chance, diese Menschen überhaupt auf ein Fehlverhalten ihrerseits bei der Bestellung des Feldes aufmerksam zu machen. Weitaus größer ist die Chance bei einem berechtigten Vorwurf der Inkompetenz bezüglich der Bestellung des Feldes mit spürbaren Konsequenzen bestraft zu werden. Konsequenzen, die in ihrem Ermessensspielraum wiederum bei demjenigen Feldbesteller liegen, der sich in seiner Feldbestellerehre verletzt fühlte.

Dieses Feld, welches ich meine, das Feld der Lehre, wurde letzthin mit einem nicht zu unterschätzenden Preis (man beachte auch seine Publikums- und Medienwirksamkeit) bedacht, den man sinnigeweise "Preis der Lehre" nannte, womit man "zufälligerweise" natürlich auf das homophone Wort "Leere" anspielte, das nun zu einem lustigen Wortspiel einlädt.

Zuerst möchte ich mein Bedauern darüber ausdrücken, daß der Name des Preises schon von vorneherein falsch gewählt war. Denn meiner Erfahrung nach hätte ein solch schlecht bewirtschaftetes Feld niemals einen Preis als Anerkennung verdient. Auf keiner Landwirtschaftsausstellung wäre solch ein Feld jemals auch nur mit einem Trostpreis bedacht worden!

Für mich ist dieser Preis der Lehre ein Preis der Leere so wie das Feld, von dem ich spreche, das sogenannte Feld der "Lehre", ein Feld der Leere ist. Denn ein schlecht bestelltes Feld wird auch nicht durch Geldgaben von heute auf morgen zu einem hoch im Korn stehenden Gebiet. Denn selten ist es der Fall, daß einer, dem ein gewissen Vermögen zufällt, seine Eigenschaften als Landbesteller verändert. Wenn er keinen grünen Daumen hat, wird er sein Feld auch mit einer Geldspritze nicht auf Vordermann bringen. Ich muß nocheinmal betonen, daß nicht das Feld schuld ist, sondern die Methode, mit der es bestellt wird. Und um es auf Pinocchiomanier hin wirtschaftlicher zu machen, indem ich Geld darin vergrabe, damit das Feld bald - möglichst über Nacht - Geldbäume sprießen lasse und so seine Wirtschaftlichkeit beweise, ist holzköpfern gedacht. Und - lassen sie es mich aus jahrhundertelanger Erfahrung meines Berufstandes sagen - einmal Geld reinstecken bringt nichts. Damit ein Feld gut bestellt wird und gut bestellbar bleibt, müssen die Besteller öfters investieren. Und nicht nur mit Geld. Denn eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Das sollte uns eine Lehre sein.

Jochen Bauer (Agronom)


Kalte Zwangsex

Betrifft: Studenten in einem sehr hohen Semester
Anlage: ein Listenanforderungsformular

Sehr geehrte Kollegen,

in verschiedenen Gesprächen wurden mir Anregungen vorgetragen, wie gegenüber Studierenden verfahren werden kann, die in einem sehr hohen Fachsemester eingeschrieben sind und noch kein Abschlußexamen haben. Die Gründe, die zu hohen Fachsemestern (sic! d.S.) führen, sind ganz unterschiedlich. Ein klärendes Gespräch kann in manchen Fällen sehr hilfreich sein und Studierende motivieren, das Studium abzuschließen.

Es gibt bereits Fakultäten, die seit längerer Zeit in dieser Weise die hohen Semester ihrer Fächer überprüfen und versuchen, eine Klärung herbeizuführen.

Das Studentensekretariat ist auf Ihre Anforderung bereit, Ihnen Listen und Adressaufkleber zur Verfügung zu stellen, damit Sie die betreffenden Studierenden zu einem klärenden Gespräch einladen können. Sinn dieses Gespräches soll es sein, mit dem Studierenden unter Umständen einen Weg zu finden, der ihm die Möglichkeit gibt, trotz der hohen Semester einen Abschluß zu erreichen, oder ihn aber auch zu veranlassen (da fehlt ein Komma, aber das macht bei der horrösen Sprache auch nichts mehr aus, d.S.) sich zu exmatrikulieren, wenn ein Abschluß nicht möglich erscheint. Es sollte auch unbedingt die Frage nach der Berufstätigkeit gestellt werden. Arbeitet ein Student mehr als halbtags, dan wird das Studentensekretariat ihn exmatrikulieren.

Das Studentensekretariat schlägt folgende Vorgehensweise vor: Sie erhalten auf Wunsch eine Liste der Studierenden, die ihr erstes Hauptfach bei Ihnen studieren - ab einem, von Ihnen zu bestimmenden hohen Semester (z:B. 14 und größer).

Die Listen enhalten Namen, Geburtsnamen, Fach/Fächer, angestrebtes Abschlußziel, abgelegte Prüfungen, Semester der Immatrikulation an der Universität Heidelberg. Es sind dann noch Spalten angefügt, in die Sie eintragen können: Datum des Schreibens an den Studierenden, Datum des Gepräches, die Rückmeldung soll gesprerrt werden. Zu diesen Listen können Sie Adressaufkleber der Semester- und Heimatanschrift anfordern.

Um dieses Verfahren in Gang zu setzen, schlage ich vor, daß Sie die Studierenden zu Gesprächen einladen und eine Klärung herbeiführen. Sollten einige bis November dieses Jahres nicht reagiert haben, kann auf Anweisung von Ihnen die Rückmeldung zum Sommersemster 1995 gesperrt werden. Dazu senden Sie dem Studentensekretariat die Liste mit entsprechenden Anweisungen von Ihnen spätestens im Dezember 1994 zurück. Das Studentensekretariat wird dann veranlassen, daß die im Januar 1995 zu versendenden Rückmeldeformulare den Hinweis enthalten: "Rückmeldung gesperrt; Bitte bei Herrn ..... im Dekanant für .. XY-Str. 12 vorsprechen/Tel 54xxxx"Ohne den Nachweis des Gespräches wird nicht zurückgemeldet [Hervorhebung und fehlender Leerschritt im Original]

Sollten Sie zu diesem Verfahren Fragen haben, dann rufen Sie bitte Herrn Billing (Tel.: 54-2319) an, der gerne bereit ist, Ihnen behilflich zu sein.

Die Gespräche erfodern erfahrungsgemäß einige Geduld und verlaufen manchesmal (sic!) leider auch unerfreulich. Nach diesen Geprächen werden wir aber sagen können, daß wir unsere Studierenden und ihre Probleme besser kennen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. iur Peter Ulmer

(au weia. cand. setz. d.S.)

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 An                                              Absender

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 _____  Heidelberg                                ______________________

                                           Matrikel Nr.:_____________


                                           Heidelberg, den ____________


 Betr. Vorladung zur Zwangsberatung vom ________________

 Sehr geehrteR Frau/Herr _____________

 es tut mir leid; Ihnen mitteilen zu müssen, daß ich an der von Ihnen
 abgeordneten Zwangsberatung aus folgenden Gründen nicht teilnehmen
 kann/will (nichtzutreffendes bitte streichen).

 Gründe (bitte ankreuzen, Mehrfachnennungen möglich)

 __ Ich muß zu diesem Zeitpunkt (an) eine(r) Klausur / Vorlesung / 
   Seminar / Hausarbeit teilnehmen / schreiben / vor- / nachbereiten

 __ Ich muß auf mein(e) Kind(er) aufpassen, da leider die Möglichkeiten 
    an dieser Uni trotz Kind(ern) zu studieren nicht ausreichen.

 __ Ich muß meinen Lebensunterhalt verdienen (natürlich maximal 20 
    Stunden wöchentlich), da die Soziale Absicherung von Studierenden 
    in diesem Land nicht ausreicht, um ein Studium schnell und 
    effizient durchzuführen.

 __ Ich muß Schlange stehen / an einer Verlosung teilnehmen um einen 
    Praktukums- / Seminarplatz zu bekommen.

 __ Sonstige Gründe:   ___________________________________________________
                      ___________________________________________________
                      ___________________________________________________
                      ___________________________________________________
                      ___________________________________________________


 __ Ich werde gegen eine Sprerrung der Rückmeldung rechtliche Schritte 
    einleiten.


 Mit freundlichen Grüßen


                  ____________________
 

Terminses

7.Juli, Neue Uni HS 1, 20 Uhr: Vortrag von Martina Plieth "Glücklich ist, wer vergißt, was noch nicht zu machen ist!". Thesen zum Thema Organtransplantation

8.Juli: Im Feld gehts zu mit MathPhys-Fest, INF308, Botanik-Fete und Geographenfest am Tertiärteich.

11. Juli: Pschyschologen-Fest

14. Juli: Neue Uni HS 4, 19.30 Uhr: Podiumsdiskussion "Keine Konzepte in der Wirtschafts- und Sozialpolitik?" im Rahmen des IPW-Forums mit verschiedenen Profs...

20.Juli: Alte Aula, 18.00, Vortrag von Joachim Cäsar Fest (Mitherausgeber der FAZ, Honorarprofessor der Universität Heidelberg, Drahtzieher im Historikerstreit) zum 20.Juli

Dario Fo

Hohn der Angst

Terrorismus, Entführungen, politische Gefangene. Das heiße Thema Italiens der 80er Jahre in einer pfiffigen Verwechslungkomödie!

Der marxistische Arbeiter entpuppt sich im Krankenhaus als eine hochgestellte Persönlichkeit. Der Präsident des Fiatkonserns wird zum Terroristen. Geheimagenten in jedenf Schublade, Fleischwolf statt Gabel und Messer, Ehefrau und Geliebte an einem Tisch. Die Polizei fällt in Ohnmacht, die Justiz bekommt Schüsse in die Beine. Wer, wo, wann?

Die Theatergruppe Contrapunkt (AESG) spielt im AZ am 7.7. und im Dachgeschoß des Marstalls am 7.7. und 8.7. jeweils um 20 Uhr (wird bestimmt klasse, d.S.)

Mehr Angebot für SemesterticketinhaberInnen

Zwar gibts noch keine zusätzlichen Bahnen/Busse (gefordert waren u.a. Abendverkehr, dichterer Takt für die Linie 12, Feldbus), immerhin aber gewinnt das Studiticket durch verschiedene Freigaben weiter an Attraktivität:

  • Die Bergbahn (oberes Teilstück Baujahr 1903!) ist jetzt kostenlos. Damit kann mensch eben mal zum Schloß und auf den Königstuhl (praktisch für AstronomInnen und Sommerfrischler...).
  • Ohne Zuschlag gibts Sammeltaxis, also Taxis, die als Ersatz für Busse fahren, allerdings nur nach telefonischer Anmeldung. Gefahren werden zum Beispiel Linie 21 im Abendverkehr (Speyerhof-MPI für Kernphysik), Linie 7058 (St. Ilgen) abends und als Ergänzung tagsüber , nach Gauangelloch und Gaiberg am Abend und am Wochenende, aber auch viele andere Strecken.
  • Fahrradmitnahme in den Zügen der SWEG und DB zu allen Zeiten, auf den Bergabschnitten der HSB-Linien 28, 29, 31, 33, 34 (defekte Räder nimmt die HSB auch mit), Samstag ab zwei und Sonntags auch in den Zügen der OEG ist auch kostenlos bzw. erst jetzt möglich.

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Druckfassung

Erzeugt am 06.07.1994

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